Tunesien

14. Februar 2020

Frühjahresausfahrt

Datum: 14. Februar 2020
Ende: 2. März 2020
Ort: Tunesien

In früheren Jahren organisierte der 4×4 Club jedes Jahr eine Clubausfahrt in die Sahara. Diese alte Tradition wollen wir wieder ins Leben rufen und planen für das nächste Jahr eine Tour in den Süden Tunesiens.

Es wird wieder ein echtes Wüstenabenteuer auf den Spuren der alten Rallye Paris-Dakar. Damit wir wissen was auf uns zukommt, hier die ungefähre Reisebeschreibung:
Die Fähre nach Tunis legt um 15 Uhr in Genua ab. Mindestens 2 Stunden vorher müssen wir am Hafen sein. Die Details für die 7-stündige Fahrt besprechen wir bei der Herbstausfahrt. Nach all den Pass- und Ausreiseformalitäten geht es auf das Schiff und kommen dann am Sonntag gegen 16 Uhr an. Nach mühsamen Ausfüllen des formellen Papierkrams sind wir um ca. 17 Uhr wieder an Land.


Nachdem wir uns hinter dem Hafentor gesammelt haben, geht es zügig nach Hamamet ins Hotelcamping Somaris, ca. 70 km. Hier schlagen wir unsere Zelte auf, wer will kann sich auch ein Zimmer mieten. Da wir in der Finsternis ankommen, bekommen wir auch die Reinlichkeitskultur des Orients nicht mehr so mit.
Am nächsten Tag, nachdem wir unsere Autos und Reservekanister betankt haben (die Tankstellen liegen weit auseinander) geht es über Kairoan, der 3. heiligsten Stadt im Islam, auf reiner relativ guten einsamen Asphaltstraße nach Gabes, ca. 295 km.
Hier gab es früher einen Campingplatz unter Dattelpalmen. Hoffentlich hat sich nichts geändert, ansonsten müssten wir bis nach Kebili weiterfahren, das wären dann nochmals 100 km. Dort wartet schon unser tunesischer Freund, der uns mit einem Führer durch die Wüste führen wird. In Kebili legen wir einen Ruhetag ein und machen unsere Autos wüstentauglich.
Am nächsten Tag wird es ernst. Wir tanken Sprit und Frischwasser auf, lassen Luft aus unseren Pneus und auf geht es in die Wüste, Richtung Brunnen Bir Aouine. Nach 90 km haben wir für heute genug geschaufelt und Sandbleche geschleppt. Wir schlagen im Sand unsere Zelte auf, setzen uns um das Lagerfeuer und lassen den Tag bei einer Dose Bier ausklingen.
Nach dem Frühstück steigen wir vorsichtig in das Gaspedal um uns nicht gleich am Stand einzugraben. Nach ca. 90 km erreichen wir unser Ziel Bir Aouine. Hier entstand bei Ölbohrungen ein Teich mitten in den Dünen, weil man auf schwefelhaltiges Wasser gestoßen ist und dessen 38 °warmes Wasser unaufhörlich aus dem Boden sprudelt. Wir baden im warmen Wasser und waschen uns den Sand aus den Ohren. Wir reißen die Zelte ab und weiter geht es (wir haben ja schon Wüstenerfahrung) zur Oase Ksar Ghilane, 70 km.
Auch hier baden wir mitten in der Wüste in einem warmen Naturteich. Hier hat KTM sein Wüstentrainingslager aufgeschlagen. Einen Tag Ruhepause wird uns nach all der Plagerei guttun.
Die nächste Etappe führt uns noch einmal durch Dünen und Steppengelände. Nach ca. 70 km haben wir die Oasenstadt Douz erreicht. Wir bekommen wieder Sprit und Brot. Ab nun bewegen wir uns nur mehr auf Asphalt weiter und pumpen unsere Reifen wieder auf.
Nach einem kurzen Einkaufsbummel haben wir eine interessante Fahrt über den riesigen Salzsee Chott El Jerid vor uns. Wir besorgen uns einige Sandrosen als Mitbringsel für zu Hause. Die Steppengegend wird nun gebirgig und wir campieren das letzte Mal in freier Natur, in der Nähe des alten verfallenen Berberdorfes Tamerza, ca. 80 km.
Zeitig in der Früh fahren wir los. Weiter geht es durch eine steppenähnliche Gegend mit wenig Verkehr über Gafsa und kleineren Dörfern. Nach ca. 395 km hat sich der Kreis im Hotelcamping Somaris wieder geschlossen.
Die letzte Fahretappe bringt uns nach ca. 70 km an den Mittelmeerstrand, wo wir in Bord Cedria nahe Tunis das letzte Mal unsere Zelte aufschlagen oder die dortigen kleinen Steinhäuschen beziehen. Den restlichen Tag verbringen wir mit Baden im Meer oder besuchen den Souk in Tunis.
Der Urlaub ist zu Ende. Es ist Freitag und wir brechen nach Tunis auf und stellen unsere Autos nach ca. 20 km im Hafen La Goulette ab.
Nach Erledigung der Ausreisezeremonie geht es auf unseren Dampfer und es heißt Leinen los nach Genua.

Damit unsere Reise auch gut gelingt, brauchen wir neben Abenteuerlust noch einige Dinge:

  • Kompressor oder Luftpumpe
    • Wir lassen im Sand bis auf 1bar Luft aus unseren Reifen
  • Toilettenpapier
    • Das finden wir nirgendwo auf unsere Tour, wir sind im Orient.
  • Schaufel – Spaten
    • Um unsere eigesandeten Autos freizuschaufeln und um unsere menschlichen Hinterlassenschaften einzugraben
  • Regenschirm
    • Nicht für den Regen eher gegen die Sonne, aber ganz wichtig in der baumlosen Weite sich hinter dem aufgespannten Schirm verstecken zu können, wenn die Blase drückt.
  • Sandbleche oder ähnliche Anfahrtshilfen
    • Um im Sand nicht zu versinken
  • Reserve Spritkanister
    • Im Wüstenabschnitt bewältigen wir ca. 350 km ohne Tankmöglichkeit, bei deutlich höherem Spritverbrauch
  • Wasserkanister und Campingkocher
    • Wir wollen ja nicht verhungern und nicht verdursten
  • Funkgerät
    • Wer eines besitzt bitte nicht vergessen, es ist von großem Vorteil

Zu den Preisen:

Die Schiffspassage je nach Kabinenwahl 2 oder 4 Bett (innen oder außen) für 2 Personen und Auto, Tour – Retour ab 600 Euro. Die 4 oder 5 Campingplätze, die wir aus Sicherheitsgründen benützen müssen, für 2 Personen ca. 8 Euro.
Zimmer (nicht überall möglich) für 2 Personen mit Frühstück ca. 15 Euro. Treibstoff war bisher wesentlich günstiger als bei uns. Weiters sind für Führer und Sonstiges noch einiges zu berappen.

Anmeldeschluss ist auf unserer Herbstausfahrt bei Ali  am 26. Oktober. Es wird nur gefahren, wenn die politische Lage es erlaubt.
Zu guter Letzt bleibt nur mehr die Devise der 3 Musketiere zu erwähnen: „Einer für Alle – Alle für Einen“!!